Morgendliche Intelligenzabstinenz, ganz alternativ

Vorwarnung: unter Umständen ironiegeladener als sonst.

Mir wäre unklar, was für eine Blutdrucksteigerung sorgen sollte, wenn die Existenz der intelligenzpausierenden Wesen in meiner Umwelt nicht gegeben wäre. Einem Großteil derer, deren Verhalten ich für äußerst kritikwürdig halte, möchte ich gar keine grundsätzliche Beschränktheit unterstellen – nur setzt scheinbar der Verstand häufiger mal aus. Ein kleines Beispiel aus der Praxis:

Früh, Punkt 8, Hauptbahnhof. Letzter Wagen in der S-Bahn, abwartend auf die Weiterfahrt nach dem kurzen Anschlussaufenthalt inklusive guter Einsehbarkeit des trist-grauen Nichtraucherbahnsteigs mit viergeteilten Müllbehältnissen. Eine Gruppe jugendlicher Südländer, um die 20, scheinbar mit Zustiegsabsicht, befinden sich rauchend auf dem Nichtraucher-Bahnsteig. Wenngleich sich die 5 Personen vermutlich befreundet bekannt sind, betreten sie die S-Bahn getrennt. Der in Nike-Sporthosen und eine von eben dieser Marke produzierten Jacke gekleidete junge Herr steckt lässig im Gehen seine Zigarettenschachteln ohne aufgedruckte Schockbilder in die Brusttasche seiner Funktionskleidung, während sein vermutlicher Landsmann auf dem Bahnsteig seine Zigarette lieblos auf dem Mülleimer ausdrückt und anschließend über dem Mülleimereinwurf für Papierreste der Gravitationskraft überlässt. Als ob nichts wäre, betritt er gemeinsam mit den restlichen drei Personen die S-Bahn. Wie kann man so fahrlässig agieren? Es wird mir auf ewig unklar bleiben.

Viel interessanter, als ihre Herkunft oder ihr Umfeld ist aber deren Auftreten: Jogginghosen, Markenklamotten, demonstrative Lässigkeit. Welche Wahrnehmung sie damit provozieren möchten, lässt sich mir leider nicht erschließen. Nun sind inhalierende Nikotin-Konsumenten im Prinzip für einen leidgeprüften ÖPNV-Zwangsnutzer wie mich nicht unbekannt; ab elf Uhr in später Nacht sollte man sich auf die Anwesenheit derartiger Gestalten auch innerhalb von Straßenbahnen einstellen.

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Frauenfeindliche Brüste

Es ist Wochenende, ich habe mich um 12 aus dem Bett gequält und die nötigsten Arbeiten verrichtet, die für heute angedacht waren. Als Belohnung dafür genieße ich nun die Flickr-Top-500 des Tages (das sind 500 Fotos, die auf irgendeine Art und Weise jeden Tag aus den zig Fotos des Netzwerkes ausgewählt werden und einfach schön anzusehen), erfreue mich an guter Musik, etwas Schokolade und lese auf heise.de alles mögliche quer. Da mich nun das Themenfeld der Fotografie etwas mehr reizt als das der Autos, war also der logische Schluss, dass „heise Foto“ mehr Beachtung als „heise Autos“ geschenkt werden sollte. Neben einer neuen Kamera von Phase One – einem Hersteller, von dem ich noch nichts gehört habe, und dessen Tab ich bei einem Blick auf das Preissegment auch wieder geschlossen habe – gabs diesmal auch einen Artikel zu den „Werkstattkalendern“ fürs Jahr 2016. Erster Gedanke bei der Überschrift: Pirelli. Leicht bekleidete Frauen, teils mit entsprechender Betonung ihrer sekundären Geschlechtsmerkmale in Kombination mit den Erzeugnissen eines Reifenherstellers. Ästhetik, fotografische Kunst, Kult.

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Haare im Zug verloren

Unter Umständen kommt man über News-Aggregatoren wie news.google.de (aka Google News) auch auf die Seite der sächsischen Morgenpost. Auch wenn dieses nun nicht gerade zu den von mir zu lobenden Blättern gehört, scheint es doch sehr viele lokale Informationen zu bringen, die weit führen – so weit, dass sogar das Schicksal der Haarpracht von den Insassen eines Zuges thematisiert wird:

zwangsweise Aushaarung
zwangsweise Aushaarung

Das Bild ist ein Screenshot der Meldung zu einem Zugunfall, wie diese am 11.08.2015 13:31 abgerufen werden konnte; Markierung (rote Linie) erfolgte durch mich. Der Fehler (ist es überhaupt einer?) wurde bis heute nicht korrigiert.

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