Wenn Schule digital wird – ein Selbstversuch

In der priviligierten Stellung, in regelmäßigen Abständen eine Zwangserweiterung meines Wissens genießen zu dürfen, beschritt ich jedes Ende eines Schuljahres mit bis zu zwei prall gefüllten Leitz-Ordnern der größeren Gattung an Resterzeugnissen toter Bäume. Während es neben der Schule genügend Gründe gibt, sich über gesteigerte Mengen an Bürokratie aufzuregen, ist doch manche Steuererklärung lustig und unterhaltsam gegen das, was ich mein Eigen nennen darf. In Zeiten, wo Amazon die Rechnungen digital per Mail versendet und auch Klamottenbestellungen ohne ein Blatt Papier durchgeführt werden können, ist es doch geradezu grotesk, dass der Ursprung unserer Bildung genau das nicht in den Griff bekommt: kaum ein anderer Ort ist so un-digital und hinterherhinkend wie unsere Schulen.

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Werbezwang für alle Welt

Wer kennt das nicht? Da beginnt schon wieder ein Blog-Artikel mit „Wer kennt das nicht?“. In einem Blog, auf dem es keinerlei Werbung gibt. Werbefreie Webseiten, das kennt nicht jeder. Unser allerliebstes Internet ist in diesen Tagen eine Erweiterung der Straßenbahnwerbetafeln, Großflächenplakaten und Flyerhaltern in Kaufhallen geworden. Kaufen, in-Anspruch-nehmen, Geld ausgeben um zu sparen – Werbung ist gang und gebe, ob nun unverblümt offen oder als Schleichwerbung auf Videoportalen á la YouTube: durch mich genauso ungeliebt, wie bei den betagten Familienmitgliedern in meiner Nachbarstadt.

Während die Senioren, auf welche ich mich damit beziehe, sich eher über ellenlange Werbepausen im Abendprogramm der Privatsender aufregen, um in der genannten Unterbechung den Müll mit den Werbebeilagen aus der Zeitung zur Tonne zu bringen, affektiert mich die überall aufblitzende Bannerwerbung überall im Netz eher. Einfliegende, blinkende – und knallbunte – Tafeln, bei denen ein Klick auf das kleine „x“ in der rechten oberen Ecke zwar zum Schließen führt, teils aber einen neuen Tab mit unerwünschtem Inhalt gebärt, sind neben den immer noch nicht ausgestorbenen Pop-Ups der Hauptgrund, weshalb ich die Reißleine gezogen habe und AdBlock Plus, das angeblich am häufigsten genutzte Tool für diesen Zweck, einfach in freier Selbstbestimmung installiert habe. Einfach so. Ohne zu fragen.

Das findet man offenbar bei diversen Verlagen, allen voran Axel Springer, nicht ganz so toll wie ich – und sperrt kurzerhand alle AdBlock-Nutzer aus, mit der Ausnahme, man könne ja knapp 3€ im Monat zahlen. Mein Interesse an der vierbuchstabigen Zeitung hält sich in sehr überschaubaren, engen Grenzen, weshalb mir das im Prinzip erstmal nicht zu schlaflosen Nächten verhelfen sollte.

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Stairville D610H „verliert“ alle 3 Phasen

– tl;dr: unten schauen. –

Kurz und knapp am Rande, um vielleicht anderen Leuten zu helfen, die vor dem selben Problem stehen und dazu auch noch die Zeit im Nacken haben (…was ja am Rande einer Bühne ab und zu vorkommen soll…):

Problem war, dass mehrere Stairville D610H (alle an der gleichen 32A-Dose, die dann in einen Dreifacherverteiler mündete, der ebenfalls 32A-Stecker hatte) beim Anlegen eines DMX-Signals mit einem Enttec Open USB-DMX-Interface und QLC+ jeglichen Betrieb verweigerten, also alle 3 Phasen-LEDs abschalteten und auch das Menü nicht mehr erreichbar war – der Dimmer war zwar an, meinte aber, mir einen Zugang ins Menü nicht mehr ermöglichen zu wollen. Bei einem Druck auf eine der Tasten zeigte sich lediglich ein bunter Mix an Buchstaben und Zahlen im Display, oder irgendwas zwischen diesen alphanumerischen Zeichen. Anzusteuern war auch nichts mehr. Abhilfe brachte ein Aus- und Einstecken des Verteilers, sodass alle 3 Dimmer kurz vom Netz getrennt waren. Erst startet der Dimmer, verarbeitet das DMX entsprechend (Lampen gehen an), zeigt im Display, „DMX SIGNAL OK“ und kurz danach das selbe Problem. „NO DMX SIGNAL“, alle 3 roten LEDs für die Phasen(sicherungen) gehen aus und kurzerhand geht erstmal nichts mehr.

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Frauenfeindliche Brüste

Es ist Wochenende, ich habe mich um 12 aus dem Bett gequält und die nötigsten Arbeiten verrichtet, die für heute angedacht waren. Als Belohnung dafür genieße ich nun die Flickr-Top-500 des Tages (das sind 500 Fotos, die auf irgendeine Art und Weise jeden Tag aus den zig Fotos des Netzwerkes ausgewählt werden und einfach schön anzusehen), erfreue mich an guter Musik, etwas Schokolade und lese auf heise.de alles mögliche quer. Da mich nun das Themenfeld der Fotografie etwas mehr reizt als das der Autos, war also der logische Schluss, dass „heise Foto“ mehr Beachtung als „heise Autos“ geschenkt werden sollte. Neben einer neuen Kamera von Phase One – einem Hersteller, von dem ich noch nichts gehört habe, und dessen Tab ich bei einem Blick auf das Preissegment auch wieder geschlossen habe – gabs diesmal auch einen Artikel zu den „Werkstattkalendern“ fürs Jahr 2016. Erster Gedanke bei der Überschrift: Pirelli. Leicht bekleidete Frauen, teils mit entsprechender Betonung ihrer sekundären Geschlechtsmerkmale in Kombination mit den Erzeugnissen eines Reifenherstellers. Ästhetik, fotografische Kunst, Kult.

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Warum Weihnachten deplatziert ist

Es ist mitten im Dezember, viele nennen den aktuellen Zeitabschnitt auch „Adventszeit“. Rückblickend auf etwas länger vergangene Geschichte hängt das Ganze mit der Weihnachtsgeschichte zusammen, die sich für Interessierte in den Evangelien der Bibel, also im neuen Testament finden sollte. Aller Überlieferung nach fällt damit nun die Geburt Jesu‘ auf das Ende des Jahres, und genau dieser Termin prägt bis heute, in einer Zeit-ist-Geld-Mentalität, das Zusammenleben zum Jahresausklang. Oder soll prägen, wenn man dem (medialen) Umfeld in einer automatisierten Welt glaubt.

Auf einmal hat man die gesamte Familie im Haus, überall blinkt und leuchtet es, die Rechteinhaber an „Last Christmas“ haben Hochkonjunktur und jeder und alles predigt Besinnlichkeit, Frieden und Ruhe. Die Frage ist bloß, wo das denn dann umgesetzt werden soll. Mit Beginn der Jahresendurlaubszeit kehrt etwas mehr Entspannung, weniger Stress ein. Zeit, mal etwas runterzufahren und sich liegengebliebenen Dingen zu widmen. Man könnte mal wieder aufräumen. Oder alte Freunde anrufen. Wo soll da jetzt Platz für Weihnachten sein?

Besinnlichkeit, das ist dieses Jahr nicht drin. Die Stressmomente der Vorweihnachtszeit, die effektiv von der Zeit nach Weihnachten bis zur Zeit vor Weihnachten geht, hinterlassen ihre Spuren – wie soll man denn nun in 5 Tagen auf Harmonie umschalten? Es ist endlich Zeit, lange zu schlafen, mal wieder fotografieren zu gehen, die Arbeiten zu erledigen, die im neuen Jahr irgendwie fertig sein müssen (mit anderen Worten: Urlaubsbeseitigungsmaßnahmen) und dann kommt da noch der Anspruch, dass möglichst alle Angehörigen ein angenehmes Fest erleben möchten. Diesen Anspruch zu erfüllen ist Arbeit. Es beginnen Welten aufeinanderzutreffen, die sich in der gesamten Zeit zwischen dem letzten Fest und dem kommenden Fest auseinandergelebt haben – und dazwischen sind die Moralapostel, die „Harmonie“ und „Besinnlichkeit“ wie eine Monstranz vor sich hertragen.

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Lageveränderungen

Seit einer Weile ist es nun in die Mode gekommen, dass besonders junge Damen (und auch solche, die sich noch jung fühlen) als wichtigstes Werkzeug in der Straßenbahn ihr Smartphone mit sich führen. Schaut man früh in deren Gesichter, möchte man dieses Personen nicht näher kennen lernen, da das Gesicht ja bekanntlich der Spiegel der Seele sein soll – wenngleich auch bei ausreichend vielen Weiblichkeiten das eigentliche Gesicht von diversen Schönheitsverschlimmbesserungen verdeckt wird. Natürlich trifft das nicht auf alle Frauen zu, aber auf einen größeren Anteil derer, die ich häufiger sehen darf.

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Professionell und freundlich

Es ist nahezu jeden Morgen identisch. In der Straßenbahn wird der Kaffee in den Magen befördert, um einen annährenden Wachzustand zu erhalten. Die Blicke der anderen Fahrgäste und der Personen an den Haltestellen spiegeln besser als alles andere den Gefühlszustand der jeweiligen Personen wieder: Morgenstimmung irgendwo in Deutschland um etwa 7:00 Uhr in der Frühe. Mir ergeht es ähnlich; ich kann mich in dieser Gruppierung einreihen, ohne aufzufallen: Kopfhörer, des Deutschen liebstes Koffein-Heißgetränk und ein nichtssagender Gesichtsausdruck. Um in der Bahn nicht wieder einzuschlafen, muss meist die Kategorie „Neue Deutsche Härte“ für einen Wachzustand bis zum Einsetzen der Wirkung des Koffeins sorgen, um dann abgelöst zu werden.

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Haare im Zug verloren

Unter Umständen kommt man über News-Aggregatoren wie news.google.de (aka Google News) auch auf die Seite der sächsischen Morgenpost. Auch wenn dieses nun nicht gerade zu den von mir zu lobenden Blättern gehört, scheint es doch sehr viele lokale Informationen zu bringen, die weit führen – so weit, dass sogar das Schicksal der Haarpracht von den Insassen eines Zuges thematisiert wird:

zwangsweise Aushaarung
zwangsweise Aushaarung

Das Bild ist ein Screenshot der Meldung zu einem Zugunfall, wie diese am 11.08.2015 13:31 abgerufen werden konnte; Markierung (rote Linie) erfolgte durch mich. Der Fehler (ist es überhaupt einer?) wurde bis heute nicht korrigiert.

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Stand der Dinge im lokalen /24er

Damit diesen Sommer auch mal irgendetwas Gestalt annimmt, und nicht nur das Thermometer in immer höhere Spheren gerät, habe ich eine Neuverkabelung meiner Technik vorgenommen. Das musste sein, denn wenn man nicht mehr durchsieht, ist eine Erweiterung schwierig.

Mein Grundaufbau ist sehr zentralisiert: in einem gewöhnlichen Holzschrank, der nach hinten heraus belüftet ist, liegt/hängt/steht die infrastrukturelle Technik. Dort hängt beispielsweise mein Router, der über abenteuerliche Wege mit dem Internet verbunden ist – dazu später mehr. Wichtig ist ersteinmal, dass alle Ethernet-Kabel dort zusammenkommen:

Übersicht der ankommenden Kabel

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